Vermeintliches Selbstportrait Mohammeds entpuppt sich als plumpe Fälschung

Vermeintliches Selbstportrait Mohammeds entpuppt sich als plumpe Fälschung

Die Sensation schien perfekt, als vor einigen Wochen Archäologen der UPESCO (United Planets Educational, Scientific and Cultural Organisation) der Weltöffentlichkeit den Fund eines vermeintlichen Selbstportraits des islamischen Propheten und Religionsstifters Mohammed (570 - 632 n. Chr. bzw. 52 vor - 10 nach dem Jahr der Hedschra) präsentierten. Prompt hatte die radikal-islamistische Organisation IP (”Islamic Planet”) eine Fatwa gegen ihren eigenen Propheten ausgesprochen, was einigen Mitgliedern dann doch zu weit ging. In Folge der Turbulenzen spaltete sich eine Gruppe mit dem neuen Namen IU (”Islamic Universe”) ab, die den Fund von Anfang an als Fälschung deklarierten. Wie sich jetzt herausstellt scheint die IU recht zu behalten. Das UPESCO - Team nennt 4 Punkte, die auf eine Fälschung hinweisen (siehe Infografik):

1 Chlorgebleichtes Papier im Format DIN A5 kariert gibt es erst seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

2 Die Tinte stammt von einem Kugelschreiber chinesischer Herkunft und konnte auf das 21. Jahrhundert datiert werden.

3 Die Kaffeeflecken weisen mittels C41-Datierung ebenfalls auf das 21. Jahrhundert (könnten allerdings nachträglich entstanden sein).

4 Das hingekritzelte ´ana für ich scheint von jemandem geschrieben, der in der arabischen Schrift sehr ungeübt war (das würde aber höchstwahrscheinlich auf den historischen Mohammed ebenfalls zutreffen).

Weiters stellt der UPESCO-Bericht fest, dass die Zeichnung nicht mit zeitgenössischen Berichten vom Aussehen des historischen Mohammed übereinstimmen.

Demnach war Muhammad: “…von anmutigem Aussehen, von mittlerer Gestalt und hatte einen schönen Kopf mit tiefschwarzem herabhängendem Haar, einer breiten Stirn über zwei dichten, gebogenen, durchgehenden Augenbrauen und große schwarze Augen, deren Weiß an den Seiten leicht gerötet war und die durch lange, tiefschwarze Wimpern an Anziehungskraft und Klugheit in ihren Blicken noch zunahmen. Er hatte eine gleichmäßige, feine Nase, wohlgeordnete Zähne, einen dichten Vollbart, einen langen schönen Hals, eine breite Brust und breite Schultern, helle Hautfarbe und kräftige Hände und Füße. “ (nach Muhammed Hamid Hussain: “Das Leben des Muhammed.”)

Von der “gleichmäßigen feinen Nase” und den “wohlgeordneten Zähnen” kann auf der Zeichnung nicht die Rede sein. Das kann allerdings sowohl mit einer ins Positive verklärten Beschreibung M Hamid Hussains als auch mit mangelnden technischen Fähigkeiten und ästhetischem Empfinden des oder der (unbekannten) Zeichners oder Zeichnerin zusammenhängen. Dennoch hält die UPESCO das Artefakt definitiv für eine Fälschung. Eine Stellungname des IP (”Islamic Planet”) steht noch aus. Eine Brieftaube mit einer offiziellen Presseaussendung an die UPESCO wurde anscheinend verschickt ist aber bis dato verschollen.

Tireisias Munchausen