Android ´s isch Zeit! Kampfroboter in Lederhosen
Mit Anschaffung des Kampfroboters BACON CREEK 1809 versuchen die Tiroler Schützen ihre Wehrfähigkeit zu steigern und gleichzeitig akuten Nachwuchsproblemen entgegen zu wirken.
Obgleich das Schützenwesen seit jeher Dreh- und Angelpunkt jeglicher Tiroler Kultur- und Identitätspolitik war und auf ewig zu bleiben gedenkt, ist auch diese ehrwürdige Institution den Herausforderungen sich wandelnder Zeiten unterworfen. So manchem wackeren Schützen sitzt es wie ein Stachel in der Hirschlederhose, dass die Kern- und Grundaufgabe der wehrhaften Mander, wie sie im Landlibell von 1511 vom Kaiser Max festgeschrieben wurde - nämlich die bewaffnete Verteidigung des heiligen Landes Tirols - zu jenem dünnen Süppchen „geistiger und kultureller Landesverteidigung“, wie man das heute nennt, verwässert wurde. Gleichzeitig scheint das Aufmarschieren in knallbuntem Loden bei glühender Sommerhitze seine Faszination für junge Menschen zu verlieren. Auch die Aussicht mit antiquierten Büchsen in die Luft zu ballern, übt nur mehr begrenzte Anziehungskraft auf die Tiroler Jugend aus und so sah man sich in den letzen Jahren doch mit erheblichen Nachwuchsproblemen konfrontiert. Bei der Kompanie Bieders vom Bataillon Stumpfertal geht man deshalb neue innovative Wege. Erstmals marschiert dort ein humanoider Kampfroboter in voller Speckbacher-Tracht mit. „Mir hattatn mit insare Bixn jo gor koa Laibl gegen di Walschn oder di Eidgenossn ... von di Russn mecht i gor nit redn!“, erklärt Kommandant Erberhart Erharter die Entscheidung zu dieser erheblichen Investition, für die die Agrargemeinschaft Bieders mit den Erträgen aus ihren Skiliften, Funparks und Downhilltrails aufkam. Mit dem chinesischen Modell 杀人机器 BACON CREEK 1809 sei man aber völlig neu aufgestellt. Ausgestattet mit modernsten Energiestrahlwaffen und integriertem Drohnenabwehrsystem könnte schon ein kleines Bataillon dieser Kampfroboter das gesamte Stumpfertal vor jeglicher Invasion schützen. Man sei deshalb bereits in Verhandlungen mit der Kulturabteilung des Landes Tirols zur Lukrierung weiterer Mittel aus dem Kulturbudget um weitere Modelle anzuschaffen. „Zwecks da Bewohrung insara krischtlichn Tradition!“, argumentiert Kommandant Erharter gegenüber Futurenews. „Da miassns scho an Knedl aussaruckn, damit mir gscheit ausruckn kennen!“. Den erhöhten Energiebedarf für die Android-Schützen könne man allemal durch Errichtung eines Pumpspeicherkraftwerks im Hochmoor am Krawallkopfferner abdecken. Die diesjährige Fronleichnamsprozession, bei der das neue humanoide Mitglied der Biederer Kompanie erstmals mitmarschierte war jedenfalls bereits ein voller Erfolg. Auch die bärige Lasershow, die der zünftige Androide im Rahmen des anschliessenden Zeltfests lieferte, wurde von Touristen und Einheimischen gleichermassen begeistert aufgenommen. Der Bierkonsum konnte im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt werden und auch Bratwürstel, Kiachl und halbe Hendln notierten im mehrstelligen positiven Bereich. So scheint die gute alte Zeit zumindest im Stumpfertal mittels innovativer Tradition auch in Zukunft gesichert bzw. geschützt.
Teiresias Münchhausen