Game of Thrones in Pjöngjang
Mit ein paar Jährchen Verspätung ging die Erfolgsserie Game of Thrones nun auch in Pjöngjang zu Ende. Hier wurde die Serie nicht gestreamt sondern von tausenden human pixels für Kim Jong-un im Stadion des 1. Mai live inszeniert. Emilia Clarke, Darstellerin der Daenerys Targaryen (aka: “Mother of Dragons”) wird nun der Titel “Respected Mother of Great Songun Korea” angeboten.
Auflösung und Bildrate mögen nicht an übliche Streaming-Standards heranreichen, doch Nordkoreas Machthaber liess es sich nicht nehmen, seine Lieblingsserie in seinem bevorzugten Format zu geniessen: menschliche Bildpunkte im Rungrado May Day, dem grössten Stadion der Welt.

Während also der Rest der Welt bereits im Mai 2019 erfahren durfte, wer am Ende den Eisernen Thron besteigt, übte sich der Oberbefehlshaber der Koreanischen Volksarmee in Geduld. Es sei erwähnt dass auf das Spoilern des Serienausgangs gegenüber Kommandant Kim die Todesstrafe stand. Im Rahmen der diesjährigen Arirang-Festivals,wurde in einem logistischen Gewaltakt nun die 8. und letzte Staffel von GOT “gesendet”. Mit sichtlichem Vergnügen wohnte der Diktator auf einem 1:1 Replikat des eisernen Thrones dem Masssenspektakel bei. Das Ende scheint allerdings dem Geschmack des „obersten Führer der Partei, des Staates und der Armee“ angepasst worden zu sein. So endet die Pjöngjang-Version mit der Thronbesteigung der Drachenkönigin Daenerys Targaryens. John Snows Tyrannenmord an der frischgebackenen Despotin und die Zerstörung des Throns durch den Drachen Drogon bleibt den Nordkoreanischen Zusehern (bzw. DEM Zuseher) erspart. John Snow zieht dennoch wie im Orginal in den Norden zurück … an der Seite der “Mother of Dragons” ist somit Platz für …? Kurze Zeit nach Abschluss der Serie in Pjöngjang twitterte jedenfalls Daenerys-Darstellerin Emilia Clarke:

Tiresias Munchausen