Das Altersheim Europas: die illiberale Demokratie ist in die Jahre gekommen

Das Altersheim Europas: die illiberale Demokratie ist in die Jahre gekommen

Jahrzehnte des Orbanismus haben Ungarn zum ethnisch homogensten und demografisch ältesten Land Europas gemacht. Altersarmut ist das Los der Bürgerinnen und Bürger der illiberalen Demokratie.

Der historische Übergang war unspektakulär, die statistische Revolution verlief schleichend. Nun ist Realität, was sich seit langem abgezeichnet hat: Ungarn hat mehr Pensionsberechtigte als Erwerbstätige. Eine konsequente Null-Zuwanderung  hat Ungarn in das Altersheim Europas verwandelt. Der betagte Staat kann nur mehr unregelmäßig einen Bruchteil der Pensionsansprüche seiner Bürgerinnen und Bürger ausbezahlen. Es mangelt an Pflegekräften und Gesundheitspersonal. Die autoritäre Gängelung von Bildungssystem und Kulturbetrieb hat Studentinnen, Intellektuelle und Künstlerinnen vertrieben. Institutioneller Rassismus und systematische Diskriminierung  haben zur Auswanderung zahlreicher Angehöriger von Minderheiten wie den Roma und Bajeschi geführt. Die ausgedehnten Tabak- und Sojaplantagen auf dem Gebiet des ausgetrockneten Balaton liegen brach. Den ethnisch homogenen Ungarinnen und Ungarn bleibt nur der im wahrsten Sinne des Wortes zahnlose Protest von Pensionistenstreiks. Noch sitzt der Vorsitzende der Fidesz-Partei auf Lebenszeit fest in seinem Rollstuhl, doch es scheint als bliebe dem  ehemaligen Stipendiaten der Soros Foundation bald nichts anderes übrig als mit den dritten Zähnen knirschend die Grenzen zu öffnen und um Zuwanderung zu betteln.

Sibylle Kokolores