ALPINE ALIENS
ALPINE ALIENS
Kasermandl from out of space? Eine neue Publikation kombiniert Volkskunde und Ufologie und wirft Licht auf rätselhafte Phänomene im Alpenraum.

Die alpine Sagenwelt wird von einer Vielzahl seltsamer Kreaturen bevölkert: mysteriöse Schnabelmenschen im Defreggental, Alber der feuerspeiende Flugdrache vom Reschenpass, Venediger-Mandln, die mittels sogenannter Bergspiegel ins Gestein blicken und nicht zuletzt das vielbesungene Kasermandl auf der Umbrüggler Alm, eine weitere kleinwüchsige Gestalt unbekannter Herkunft, in deren Umfeld anscheinend Raumzeit-Verkrümmungen stattfinden. Was steckt hinter diesen mysteriös-dubiosen Gestalten und Geschehnissen, wie sie der Volksmund überliefert? Handelt es sich um phantasievolle Märchen, um erzählerische Verarbeitungen einer gefahrvollen, unberechenbaren Umwelt oder verweisen sie auf vorchristliche Mythen oder ein kollektives Unterbewusstsein? Dr. Erwin Beutelschneider sieht das anders. Der Krypto-Mythologe am Institut für Exo-Ethnologie an der Bob Lazar Privatuniversität in Matrei am Brenner fordert, dass diese Überlieferungen endlich als historische Berichte ernst genommen werden. In seinem neuen Buch ALPINE ALIENS, das eben im Verlag Bauernfänger erschienenen ist, verknüpft Beutelschneider Volkskunde und Ufologie. Alles macht Sinn, wenn wir nur akzeptieren, das SIE schon seit geraumer Zeit unter uns sind. Besondere Aufmerksamkeit widmet er dabei den Erzählungen rund um das Kasermandl auf der Umbrüggler Alm bei Innsbruck. Die Geschichte ist landläufig bekannt:
2 Kinder werden beim herbstlichen Feuerholzsuchen oberhalb von Hötting von einem frühen Schneefall überrascht und finden in der Umbrüggler Alm Unterschlupf. Dort bewirtet sie das Kasermandl mit einem ausnehmend wohlschmeckenden “Muas” (traditionelles, breiartiges Almgericht aus Schmalz, Mehl und Milch) worauf sie satt und zufrieden einschlafen. Am nächsten Morgen machen sie sich bei strahlendem Sonnenschein auf den Heimweg ins Tal. Fassungslos empfängt ihre von Sorgen und Selbstvorwürfen gezeichnete Mutter die Kinder. Es stellt sich heraus, dass sie den ganzen Herbst und Winter abgängig waren. Inzwischen ist es Frühling und man hatte die Hoffnung auf ihre sichere Rückkehr bereits aufgegeben. Für die Kinder hingegen war nur eine Nacht vergangen …
Für Erwin Beutelschneider handelt es sich eindeutig um eine klassische Nahbegegnung der vierten Art (engl. close encounter of the fourth kind, kurz CE-4) also eine Entführung durch Ausserirdische oder alien abduction experience (AAE) wie der ufologische Fachterminus lautet. Der erste moderne Fall dieser Art betraf das US-amerikanische Ehepaar Betty und Barney Hill, die nach eigenen Angaben in der Nacht vom 19. zum 20. September 1961 in den White Mountains in New Hampshire entführt wurden. Die Geschichte kam aber erst Ende 1963 ans Licht, als das Ehepaar aufgrund von Alpträumen und Angstzuständen den Psychiater Benjamin Simon aufsuchte. Unter Hypnose kam dann die Geschichte der Entführung durch kleinwüchsige, grossäugige Aliens (genannt “Greys”) zum Vorschein. In den folgenden Jahrzehnten kam es weltweit zu tausenden weiteren ähnlichen Fällen. Gleichbleibendes Motiv: Gedächtnis- und Zeitverlust. Der Argumentation Beutelschneiders folgend wurden die Kinder also vom Kasermandl, das nichts anderes als einer der Greys ist, entführt und ihre Erinnerung daran hinterher ausgelöscht. Wie aber konnten Monate vergehen während denen die Kinder offensichtlich nicht gealtert sind? Des Rätsels Lösung sieht Beutelschneider in der sogenannten Zeitdilatation, wie sie von Albert Einstein im Rahmen der speziellen Relativitätstheorie 1905 formuliert wurde. In jedem physikalischen System, das sich relativ zu einem Beobachter schneller bewegt, vergeht die Zeit langsamer. Relevant wirksam wird dieses Phänomen erst bei sehr hohen Geschwindigkeiten. Für den Krypto-Mythologen steht also ausser Frage, dass die Kinder sich in besagter Nacht mit annähernder Lichtgeschwindigkeit bewegt haben, also in einem Raumschiff mitgeflogen sind. Hier kommt Alber der feuerspeiende Flugdrache vom Reschenpass ins Spiel, bei dem es sich um nichts anderes als um ein UFO handelt. Was aber haben die Greys mit Tiroler Almen am Hut? Da sind einerseits die Erzählungen von den Venediger Mandln, wobei es sich ebenfalls um Aliens handelt, die mit ihrer hoch entwickelten Technologie (Bergspiegel) nach seltenen Metallen und Kristallen suchen. Andererseits verweist Beutelschneider auf die sogenannten cattle-mutilations,wie sie vor allem von der Skinwalker-Ranch in Utah (USA) bekannt sind. Immer wieder wurde dort von unerklärlichen Verstümmelungen von Kühen berichtet, denen mit hoch präzisem Werkzeug Gewebsproben entnommen wurden. Hier schliesst sich der Kreis zur alpinen Almwirtschaft. Wozu hingegen die Aliens Kuh-DNA brauchen ist bislang unklar. Vielleicht zur Herstellung des bewusstseinsverändernden Alien-Muas, das den Kindern vom Kasermandl vorgesetzt wurde, spekuliert Beutelschneider. Und die Schnabelmenschen? Aliens von einem Planeten mit anderer Atmosphäre, die Atemgeräte tragen …
Wer all diese Geschichten ohne einschlägige Deutung nachlesen will, dem sei www.sagen.at ans Herz gelegt. Wer die “Wahrheit” will, der besorge sich ALPINE ALIENS von Erwin Beutelschneider erschienen im Bauernfänger Verlag.
Monsieur Charles Atan