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# Social Life after Death
- URL: https://futurenews.space/social-life-after-death/
- Published: 2018-05-18T02:25:00.000Z
- Updated: 2018-05-18T02:25:00.000Z
- Author: Teiresias Münchhausen
- Tags: #Import 2026-09-30 06:24

**Cyber-Archäologen entdecken soziales Netzwerk aus dem 21\. Jahrhundert. Facebook ist immer noch online. Es war eigentlich nie weg – es hat nur niemand mehr reingeschaut. Verstorbene User posten fröhlich weiter.**

![image](https://futurenews.space/content/images/tumblr/174012920142_0.webp)

Schwer vorstellbar, dass es eine Zeit gab, als nicht alle immer online waren. Doch vor der Einführung von Cloud-Implantaten, waren Menschen darauf angewiesen, sich aktiv mittels ausser-körperlicher Schnittstellen in ein digitales Netz einzuloggen. Menschen des frühen 21\. Jahrhunderts waren noch über weite Strecken ihres Daseins „offline“ und somit de facto auf ihren biologischen Körper und dem Spektrum seiner Sinne angewiesen. Das Internet war erst wenige Jahrzehnte alt und ein großer Teil der vernunftbegabten Spezies des Planeten hatte aus Mangel an *coins* gar keinen Zugang zum Netz. Es bestand noch die weit verbreitete Neigung, eine permanente, allgemeine Transparenz persönlicher Lebensumstände als Bedrohung aufzufassen. Altertümliche Begriffe wie *Privatsphäre* und *Datenschutz* verweisen auf eine Gesellschaft, die noch über weite Strecken im Biologischen verhaftet war.

*“Das historische Verdienst von Facebook ist es, Menschen aus ihrer körperlichen und sozialen Intransparenz befreit und auf atavistischen Reflexen beruhende, abergläubische Vorstellungen vom Individuum im Verborgenen aufgebrochen zu haben. Obwohl es erst Epigonen wie Peep und Stalk vorbehalten blieb, die totale Transparenz zu vollziehen, war Facebook doch ein wichtiger Wegbereiter*“, erklärt Professor [Muḥammad Ibn-Mūsā al-H̱wārizmī](https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Chwarizmi?ref=futurenews.space) vom Cyber-Archäologie-Department des **Dubaian Institute for Dubious Studies (DIDS)** in seinem *Peep* über die Wiederentdeckung des antiken, sozialen Netzwerks Facebook.  

Facebook erlebte seinen Höhepunkt in den 10er und 20er Jahren des 21\. Jahrhunderts. In seinen besten Zeiten hatte das Netzwerk ein knappes Drittel der damaligen Planetenbevölkerung unter Account. Doch der Nachschub an Usern stagnierte als die Kids sich längst über

 *Peep* *stalkten* und auf *Stalk* *peepten*. Langsam begann die Facebook-Community dem Weg allen Fleisches folgend auszudünnen. Man hatte aber genügend Daten beisammen, um problemlos das Online-Verhalten der User auch nach deren Ableben weiter simulieren zu können. Anfangs waren die User noch etwas geschockt, wenn zum Beispiel die kürzlich verstorbene Oma das Posting vom Amaranth-Smoothie mit den selbst-gezogenen Goji-Beeren likte, doch bald fand man es eigentlich ganz nett, wenn verstorbene friends zombieske Selfies von generierten Landschaften und fiktiven Parties posteten. Als der Gründer von Facebook selbst mit 127 Jahren das Zeitliche segnete, postete er kurz darauf:

*Amazing experience! fell asleep after juicy ejaculation here on Sugar Mountain … didn´t wake up from the sweetest slumber yet …* (21 Millionen *likes* innerhalb von 0,3 Sekunden, 17 Millionen mal geteilt) 

Irgendwann waren alle Facebook-User ausgestorben. Ihre Profile posteten, likten und chatteten indes beherzt weiter. Die Blase blähte sich unbemerkt von der Aussenwelt weiter auf.  

Dem Team rund um [Muḥammad Ibn-Mūsā al-H̱wārizmī](https://t.umblr.com/redirect?z=https%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FAl-Chwarizmi&t=NGE5N2M3NzUwZmE1NTM4Y2U5NmE1YzVmYzdmMTBlMDBiMzcwNTU1MixQaTB5Q2dLcQ%3D%3D&b=t%3AbFbQ86SPdrrcoOtfB7GCaw&p=http%3A%2F%2Ffuturenewsblog.tumblr.com%2Fpost%2F174012920142%2Fsocial-life-after-death&m=1&ref=futurenews.space) gelang es nun erstmalig, sich erneut auf facebook einzuloggen. Das Soziale Netzwerk aus dem 21\. jahrundert war anscheinend nie weg. Es hat nur seit Urzeiten niemand mehr reingeschaut. Man habe bereits begonnen sich mit Profilen unserer Vorfahren zu befreunden und erwarte sich so neue Erkenntnisse über die menschliche Kultur des frühen Anthropozäns. Auf *Peep* hatte die Meldung der Wiederentdeckung 622 Milliarden *stalks* in 0,4 Nanosekunden auf *Stalk* 738 Milliarden *peeps* in 75 Femtosekunden, was der Zeitspanne entspricht, die es 2018 am Center for Free-Electron Laser Science dauerte, um Wasser mittels Rötgenlaser von Zimmertemperatur auf 100.000 Grad Celsius zu erhitzen. Plasmaguns? Yeah! BBro lehnt sich entspannt zurück und krault das Kätzchen …

Tireisias Munchhausen